Rahmenkonzept & Leitbild der Kindertagesstätte

Kindertagesstätte des Diakonischen Werkes Weilheim - Bad Tölz e. V.

Kontakt:

Frau Jutta Michel

Steiner Ring 159

82538 Geretsried/Stein

Tel. 08171/ 92 55 73

Das Haus für Kinder bietet Platz für 52 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren. Wir sehen uns als "Keimsäherinnen" für die spätere Bildungsentwicklung des Kindes, wobei uns insbesondere die Spracherziehung am Herzen liegt. Für uns ist es unerlässlich, dass jedes Kind die deutsche Sprache so weit beherrscht, dass das Kind mühelos dem späteren Schulunterricht folgen kann. Daher ist insbesondere für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund die vor-schulische Sprachförderung durch Lehrpersonal der Grundschule obligatorisch. Wir sind ein evangelischer Träger und unser Arbeit orientiert sich am christlichen Menschenbild.


Was heißt christliches Menschenbild?

Elemente des christlichen Menschenbildes

 

personal

sozial

real

spiritual

Grundvertrauen

Gott nimmt uns an wie wir sind

(5. Mose 7, 7-8)

Verantwortungs-
bewusstsein

Gottesliebe=> Nächstenliebe und Selbstannahme

(Lukas 10, 27)

Neugier

Alles ist erlaubt, aber nicht alles führt zum Guten

(1. Korinther 6, 12)

Kreativität

Gottes Geist kommt auch in menschlichem Schaffen zum Wirken

(1. Korinther 3, 16)

Selbständigkeit

Auftrag Gottes an den Menschen:

bebauen und bewahren?

(1. Mose 2, 15)

Schuld und Vergebung

Vergebet einander wie Gott uns vergibt => Neuanfang nach Konflikten

Kolosser 3, 12-17)

Leben mit Geheimnissen

Gott und Welt sind letztlich unbegreiflich

(Psalm 139)

Hoffnung

Sinn und Ziel des Menschen liegen in der Zukunft und wohnen in uns in der Sehnsucht nach Glück und Heil

(1.Mose 12, 2)

 

Für die institutionelle Erziehung in unserer Kindertagesstätte heißt das:

GRUNDVERTRAUEN: Die Kinder erleben in der Einrichtung Zuverlässigkeit, klare Strukturen und Haltungen, Menschen die verlässlich für sie da sind und ein Beziehungsangebot durch die MitarbeiterInnen, das dieses Grundvertrauen stärkt.

SELBSTÄNDIGKEIT: Gaben, Fähigkeiten, Schwächen, Bedürfnisse werden von den Mitar-beiterInnen gesucht und dem Kind Hilfestellung, Raum, Zeit und Zuwendung gegeben, daraus Elemente der eigenen Lebensgestaltung zu entwickeln.


VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN: Andersartigkeit in Leben, Kultur und Religion wird in der Einrichtung als gleichwertig geschätzt, wobei klare Regeln, ausgehend von der christlichen Tradition, das Zusammenleben in der Pluralität möglich machen. Durch den Respekt vor solche Vereinbarungen entsteht Verantwortung für das Ganze der menschlichen Gemeinschaft und der Schöpfung ebenso wie die Verantwortlichkeit für den eigenen Weg.

SCHULD UND VERGEBUNG: Konflikte und deren aktive friedlich-menschliche Lösung sind für den Reifeprozess und die Lebensfähigkeit der Heranwachsenden unerlässlich. Auftretende Konflikte werden deshalb bearbeitet und nicht verdrängt.

NEUGIER:...ist der Zugang zum Verständnis unserer Welt. Die Einrichtung bietet gezielt von christlichen Werten bestimmte Erfahrungsräume an, in denen die Kinder durch Fragen und Entdecken, Erproben und Beobachten Antworten suchen und finden können, auf die Grundfragen des Lebens und Zusammenlebens.

LEBEN Mit GEHEIMNISSEN: Nur weniges, was Menschen fragen hat eine klare Antwort. Das ist in der Wissenschaft nicht anders als im Glauben. Auch Kinder fragen: Wo ist der Himmel (das Glück) zu finden? Wohin gehen Menschen, wenn sie sterben? Welchen Sinn hat Leben und Welt? Unsere Antwort ist ein Bekenntnis was wir glauben, keine Darstellung absoluter Wahrheiten. Kinder erfahren dabei, dass es mehrere richtige Antwortversuche auf solche Fragen gibt. Das Leben behält Geheimnisse und die Fragen, die uns vorwärts bringen, bleiben.

KREATIVITÄT: Bilder, Klänge, Symbole, Strukturen, Ordnungen und Unordnungen regen Menschen an, immer Neues zusammenzusetzen und so durch Versuch und Irrtum die Wei-terentwicklung der Welt voranzutreiben. Wir stärken diese Bemühungen, weil sie helfen für neue Lebensherausforderungen Freiheit und Ideen zuzulassen.

HOFFNUNG: Ohne Ziel kein sinnvoller Weg. Ohne Hoffnung, ohne Traum keine Motivation für die Zukunft. Wir zeigen den Kindern, dass es sich lohnt zu leben und dass Leben Freu-de unter der Quelle der Gotteskraft heißen kann. Hoffnung gibt den Mut zum nächsten Schritt auch unter der Erfahrung von Scheitern, Schuld und Not als realer Bestandteil des Lebens.


Unsere Grundhaltung

Aus dem Leitbildgedanken folgt unsere Grundhaltung gegenüber den uns anvertrauten Kindern:

  • Kinder sind so wie sie sind von Gott geschaffene Persönlichkeiten. Wir nehmen sie in ihrem Sosein wahr und schaffen Bedingungen, ihre Stärken, Gaben, Fähigkeiten erkennen und fördern zu können.
  • Wir nehmen die Kinder ernst als lernende Individuen. Wir schaffen für sie Raum, Zeit und ein fach- und kindgerechtes Angebot, die Welt zu entdecken, das eigene Leben als Teil der Welt zu erkennen und sinnvoll zu gestalten und das Zusammenleben mit und in der ganzen Schöpfung zu Frieden und Wohlergehen gestalten zu lernen.
  • Kinder sind politische, kulturelle und religiöse Wesen. In der Vielfalt des Vorfindlichen suchen wir mit den Kindern nach Möglichkeiten und Wegen, Grundhaltungen und Einstellungen, diese Pluralität im Sinne der Nächstenliebe zu leben.
  • Im Sinne der biblischen Gemeinschaft von Menschen verstehen wir Kinder, Team, Eltern, Träger und Mitwelt als verschiedene aufeinander bezogene und miteinander verquickte Teile der Einheit der Schöpfung.

 
Unser pädagogischer Ansatz

Das Leben ist ein Prozess, ein Weg, eine Entwicklung und Veränderung, solange der Mensch lebt. Unser Ziel ist es, diesen Prozess je nach Alter und Lebensumständen im interaktiven Geschehen zwischen Kind, Team und Eltern immer wieder zu reflektieren, zu hinterfragen und aktiv, verantwortlich, selbstgestaltet und nächstenbezogen zu bedenken und zu gestalten.

Wir sehen dazu in den auf heutige Zeit bezogenen Aussagen der christlichen Bibel Anleitung und Vorbild. Biblisches Gedankengut ist deshalb fester Bestandteil der Einrichtung.

Wissenschaftliche Erkenntnisse in den verschiedenen Bereichen, die Kinder betreffen, werden ständig bedacht und reflektiert und je nach Bedarf und Notwendigkeit für die Weiterentwicklung des Kindes einbezogen, sofern sie dem Leitbild nicht widersprechen.

Das Kindertagestätte ist grundsätzlich offen für neue Ansätze und Methoden, die im Gespräch von Träger, Team und Eltern in Absprache mit Fachberatung in Kraft gesetzt werden können.

Für die Zusammensetzung der Teams bevorzugen wir eine möglichst breite Altersmischung, sodass in der Einrichtung die Erfahrung verschiedener Generationen als Lebens- und Lernhilfe zur Verfügung stehen.

Fest und Feier gehören als Ausdruck der Freude am geschenkten Leben zu den Grundelementen unserer Einrichtung. Dazu zählen auch gottesdienstliche Feiern, zu denen alle ein-geladen sind.

Das Gespräch mit anderen Religionen und Kulturen, religiöse Selbstbestimmung und Toleranz Andersdenkender innerhalb der demokratischen Ordnungen des Zusammenlebens und des gegenseitigen Respekts sind Bestandteil in unserer Einrichtung.

 
Wichtige Eckpunkte

Gemeinschaftsfähigkeit in einer pluralen Gesellschaft
Durch Medien, Reisemöglichkeiten, spätere berufliche Aufgaben u.v.a.m. ist ein Denken in abgeschlossenen Räumen und Systemen nicht mehr zukunftsfähig. Deshalb schaffen wir Situationen, in denen Kinder die Chancen und den Reichtum von gleichberechtigter Pluralität entdecken können und als selbstverständliches Element ihrer Lebensgestaltung nützen können.

Religiöse Dimension des Lebens
Religion ist in seinen vielfältigen Formen, in Lehren und Riten ein Element des Menschseins. Durch eine klare evangelische Position vermitteln wir Grundzüge von religiöser Haltung und religiösem Verhalten ohne die eigene Entscheidung von El-tern und Kindern in Frage zu stellen. Wir erwarten diese Offenheit von allen in un-serer Einrichtung.

Der Umgang mit sich selbst
Nach christlicher Auffassung ist ein guter Umgang mit sich Selbst Teil der Würde des Menschen. Wir erwarten deshalb eine positive Einstellung zum eigenen Leben bei Kindern, Team und Eltern. Dazu gehören neben den Grundhaltungen der Seele auch Gesundheitsfürsorge, Prävention und das Verbot von Suchtmitteln.

Konflikt- und Leidfähigkeit
Zur Entwicklung von Persönlichkeit gehören auch Konflikt- und Leidensfähigkeit. Nach Auffassung der Bibel gehören Konflikte und auch Leid zur Realität des Da-seins. Deshalb ist die Einübung des Umgangs damit ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Reife. Da Vermeidungsversuche krank machen, tragen wir Konflikte fair aus und lernen unumgängliches Leid auszuhalten.

Spiel und Arbeit
Spiel ist eine kindgerechte Art von Arbeit. Wie im späteren Leben die Arbeit, so ist beim Kind das Spiel in seinen verschiedenen Formen und Möglichkeiten sinnstiftend und Welt erschließend. Es hat deshalb in seiner ganzen Breite eine besondere Be-deutung.

Grenzen und Freiraum
Unsere Einrichtung soll klar und durchschaubar in den Strukturen und Ordnungen sein. Das bietet größtmögliche Sicherheit und Geborgenheit und erleichtert Findung und Zuordnung von Werten in einer pluralen Gesellschaft. Wir setzen Grenzen wo nötig und gewähren Freiheit wo möglich.

Qualität und Bildung
Qualitätskontrolle und Nachvollziehbarkeit für alle Beteiligten ist uns wichtig. Dazu gehört auch Öffentlichkeitsarbeit. Damit Bildungsziele nicht im luftleeren Raum hängen, bedarf es der Abstimmung mit vergleichbaren Einrichtungen, Fachberei-chen, Schulen, Behörden und Ministerien.

Sprache und Kultur
(Lebenszyklen, Jahreszeiten, Natur und Mitwelt)
Die Sprache in unserer Einrichtung ist deutsch. Dies gilt auch für Kinder und Eltern mit anderen Muttersprachen. Die deutsche Sprache wird gefördert und trainiert als wichtiger Teil späterer Chancen, als Kommunikationstraining, als Teil der kulturellen Bildung.
Zur kulturellen Bildung gehören auch Themen wie Jahreszyklen in christlicher
Tradition, Natur und Mitwelt, Liedgut und musische Bildung und Verständnis für handwerklich künstlerische Angebote.

Begabung, Gaben, Stärken und Schwächen
Ziel unserer Einrichtung ist es, aufgrund unseres Leitbildes, Stärken zu fördern, Gaben und Begabungen zu finden und bewusst zu machen und in der Vielzahl bei anderen zu akzeptieren. Der Umgang mit vermeintlichen Schwächen wird als Chance zur Sensibilisierung und Solidarisierung gesehen. Verstandes- und Gefühlswelt stehen gleichberechtigt nebeneinander und werden als gegenseitige Ergänzung verstanden.

Träger, Einrichtung, Kinder und Eltern, Team
Die verschieden Elemente unserer Einrichtung, Träger, Team, Eltern und Kinder sind Teil einer Einheit und können nur zusammen den Reichtum entwickeln, der für die Kinder das optimale Feld für Reifung, Entwicklung und Lernen bildet.

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